Strukturen materialisieren Architektur. Die geistigen Prozesse, die dem Entstehen von Tragstrukturen und Hüllen vorausgehen, erfordern die schöpferische Verbindung von kreativer Phantasie und wissenschaftlichen Methoden: konstruktives Entwerfen ist eine kontrollierte Interaktion zwischen Ratio und Emotion. In den Fachgebieten Baukonstruktion und Tragwerkslehre, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste zusammengefaßt unter dem Begriff Bautechnologie, werden die künstlerischen und technologischen Aspekte der Architektur in diesem Sinne zusammengeführt.
Für das konstruktive Entwerfen gibt es keine Rezepte, jedoch ist ein tiefes, interdisziplinär angelegtes konstruktives Verständnis die Voraussetzung für das selbständige Erarbeiten von Problemlösungen. Werkstoffe und Fertigungstechniken, Fügetechniken, Konstruktionsprinzipien und Tragverhalten werden in den Vorlesungen gelehrt und erläutert. Projektanalysen fördern das Erkennen von konstruktiven Zusammenhängen und versetzen den Studenten in die Lage, tragende und nichttragende Strukturen und deren Entstehungsprozesse analysieren und verstehen zu können.
Parallel wird das Erfahrene in Projektarbeiten zum Entwerfen und Konstruieren durch Erproben eigener Ideen umgesetzt. Es ist Programm, bei der Umsetzung in den Projektarbeiten das konstruktive Element als kreativen Stimulus zu begreifen, eine wissensbasierte Kreativität zu entwickeln und auf diese Weise eine ganzheitliche Denkweise, die künstlerische und technische Aspekte zu vereinen weiß, zu erlernen. Ein besonderer Stellenwert wird der experimentellen Entwicklung von anspruchsvollen innovativen Konstruktionsweisen eingeräumt. Prinzipiell besteht auch Gelegenheit, entsprechende Neigungen und Interessen in experimentellen oder theoretischen Forschungsarbeiten weiterzuentwickeln.
Studiengang Master of Arts in Architecture
Projekt Konstruktives Entwerfen
Studiengang Master of Arts in Architecture
nur im Sommersemester (12 ETCS-Punkte)
Entwurfs-Projektarbeit mit den Themenschwerpunkten Technologie, Struktur und Hülle im architektonischen Kontext, in der Regel am Beispiel einer großen Tragstruktur. Fortentwicklung der im BA-Studium erworbenen Grundlagen des konstruktiven Entwerfens und der Tragwerkslehre und Anwenden auf eine anspruchsvolle Aufgabenstellung. Entwicklung des Potentials, Technologie, insbesondere die Themenkomplexe Struktur und Hülle werkstoffübergreifend in kreativer Weise in den Entwurfsprozess integrieren zu können. Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes, der technologische und künstlerische Aspekte zu vereinen und in einen architektonischen Kontext zu integrieren weiß.
Sondergebiete des Konstruktiven Entwerfens
Studiengang Master of Arts in Architecture
nur im Sommersemester (5 ETCS-Punkte)
Erarbeiten eines ausgewählten Teilgebiets des Konstruktiven Entwerfens in Theorie und Praxis. Anwenden des erworbenen Wissens und Erproben eigener Ideen in konzeptionellen Übungen.
Masterclass
Studiengang Master of Arts in Architecture
Masterarbeit zur Wahl (30 ETCS-Punkte)
Die Klasse für Konstruktives Entwerfen und Tragwerkslehre steht bei Bedarf und Interesse für die Betreuung von MA-Arbeiten zur Verfügung. Themenschwerpunkte der Klasse sind Struktur und Hülle im architektonischen Kontext. Es ist Programm, die Technologie bei der Masterarbeit als kreativen Stimulus zu begreifen, eine wissensbasierte Kreativität zu entwickeln und auf diese Weise eine ganzheitliche Denkweise, die künstlerische und technische Aspekte zu vereinen weiß, zu erlernen. Ein besonderer Stellenwert wird der experimentellen Entwicklung von anspruchsvollen, innovativen Konstruktionsweisen eingeräumt. Prinzipiell besteht auch Gelegenheit, entsprechende Neigungen und Interessen in experimentellen oder theoretischen Forschungsarbeiten weiterzuentwickeln.
Stegreif
Studiengang Master of Arts in Architecture
(2,5 ETCS-Punkte)
Stegreifentwurf mit unterschiedlichen Themenstellungen.
Studiengang Bachelor of Arts in Architecture
Konstruktives Entwerfen 1
Pflichtfachh 1.Semester (2 ECTS-Punkte)
Einführung in die Grundlagen des konstruktiven Entwerfens, bspw. Werkstoffeigenschaften, Fertigungstechniken, Fügetechnologien, Konstruktionsprinzipien und Tragverhalten. Einordnen der technisch-konstruktiven Aspekte von Strukturen und Hüllen in einen funktionalen und gestalterischen Kontext. Anwenden des erworbenen Wissens und Erproben eigener Ideen in den Übungen.
Konstruktives Entwerfen 2
Pflichtfach 2.Semester (2 ECTS-Punkte)
Weiterentwicklung der Grundlagen des konstruktiven Entwerfens. Einordnen der technisch-konstruktiven Aspekte von Strukturen und Hüllen in einen funktionalen und gestalterischen Kontext. Anwenden des erworbenen Wissens und Erproben eigener Ideen in den Übungen.
Konstruktives Entwerfen 3
Pflichtfach 3.Semester (12 ETCS-Punkte)
Entwurfs-Projektarbeit mit den Themenschwerpunkten Technologie, Struktur und Hülle im architektonischen Kontext, in der Regel am Beispiel einer Tragstruktur. Anwendung der Grundlagen des konstruktiven Entwerfens und der Tragwerkslehre auf eine überschaubare Aufgabenstellung. Entwicklung des Potentials, Technologie, insbesondere die Themenkomplexe Struktur und Hülle werkstoffübergreifend in kreativer Weise in den Entwurfsprozess integrieren zu können. Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes, der technologische und künstlerische Aspekte zu vereinen und in einen architektonischen Kontext zu integrieren weiß.
Tragwerkslehre 1
Pflichtfach 1.Semester (2 ETCS-Punkte)
Vermittlung der Grundlagen der Tragwerkslehre, bspw. Übersicht über übliche ebene und räumliche Tragsysteme, Reduktion von komplexen Tragsystemen auf einfache statische Modelle, Verstehen des Trag- und Verformungsverhaltens von tragenden Strukturen, Schnittgrößenermittlung und überschlägige Bemessung. Berechnung von einfachen Beispielen in den Übungen. Anschauung und werkstoffübergreifende praktische Anwendung stehen im Vordergrund. Einordnen der statisch-konstruktiven Aspekte in einen funktionalen, wirtschaftlichen und gestalterischen Kontext.
Tragwerkslehre 2
Pflichtfach 2.Semester (2 ETCS-Punkte)
Weiterentwicklung der Grundlagen der Tragwerkslehre und Ausdehnung der erworbenen Fähigkeiten auf anspruchsvollere Tragsysteme. Erwerben der Fähigkeit, den Kraftfluss unterschiedlicher Tragsysteme intuitiv erfassen und analytisch beurteilen zu können. Berechnung und Bemessung von Beispielen in den Übungen. Entwicklung des Potentials, die Tragkonstruktion in kreativer Weise in den Entwurfsprozess integrieren zu können.
